RUND UM DIE WELT MIT DEM AKKORDEON

Das LJAO Bayern als Botschafter des Instruments auf Australien-Tournee

 Der Titel ist ganz wörtlich zu verstehen: das LJAO Bayern hat für seine Australien-Tournee vom 13.07.-07.08. den Globus einmal umrundet. Die Orchestermitglieder, Fritz Dobler, Dirigent, Hedi Stark, Organisation, Günther Zeilinger, Reiseleiter und noch ein paar Schlachtenbummler haben eine abenteuerliche Reise nach „Down under“ voll unvergesslicher Eindrücke  erlebt. In Surfers Paradise an der Goldküste Queenslands, sammelten wir erste Eindrücke vom exklusiven Strand dort und von der Akkordeonszene im Besonderen, denn zur selben Zeit fanden hier die Australischen Akkordeon-Meisterschaften statt. Unser Orchestermitglied Andreas Hinterseher wurde Australischer Meister mit einem Wanderpokal, der ihn zur Wiederkehr im nächsten Jahr verpflichtet. (Er hat jetzt wohl ein Problem mit den gewaltigen Flugkosten dorthin!). Lebhaftes Interesse fand ein Workshop mit Fritz Dobler im Rahmen dieser Veranstaltung, eine größere „Akkordeonszene“ ist hier erst im Begriff sich zu formieren. Fasziniert  zeigte sich das Publikum beim Konzert im vollbesetzten Deutschen Club in Brisbane. Spielkultur und Klangdifferenzierung des bayrischen Akkordeon-Landesjugendorchesters machten großen Eindruck   und  sicherten uns in allen unseren Konzerten  diese augenblickliche Aufmerksamkeit. Die große Abschlussveranstaltung der Australischen Akkordeonmeisterschaften führte uns nach Robina, eine dieser neuen Städte Australiens, die ganz und gar auf dem Reißbrett geplant, von schönster urbaner Vollkommenheit sind.

In Melbourne, unserer nächsten Station, konzertierten wir im rappelvollen Deutschen Klub wiederum vor einem geradezu andächtigen Publikum. Vom Flugplatz  kommend, war der 

Busfahrer erst einmal zwei Ehrenrunden mit uns über die berühmte Formel 1 - Rennstrecke im Prince Albert Park gefahren. Nach weiteren Konzerten in Melbourne u.a. in einem exklusiven Schulzentrum, ging die Reise weiter nach Sydney. Die Stadt gilt ja ganz offiziell als eine der schönsten  der Welt und wer Darling Harbour einmal im strahlenden Sonnenschein gesehen hat, sehnt sich wohl immer wieder dahin zurück.

Wie schon in Surfers Paradise, betreute uns auch in Sydney die Präsidentin des Australischen Verbandes, Mrs. Elisabeth

Jones. Ein Glücksfall nicht nur für die dort stattgefundenen Konzerte – Elisabeths Vater hat ein Busunternehmen und

uns einen herrlichen langen Tag ins Hinterland gefahren.

In Sydney konzertierten wir in der ältesten Kirche der Stadt und fuhren zu einer Großveranstaltung in einen riesigen Italienischen Klub, dessen 700 Plätze nahezu ausverkauft waren und der örtliche Rundfunksender räumte den „Bavarian Boys“ sogar eine gut einstündige Sendung am Vormittag ein.

Eine Unterbrechung wg. Notlandung in Brisbane verkürzte pikanterweise den Flug von Sydney nach Cairns im tropischen Norden des Landes, wirklich, wir haben auf dieser Reise  nichts ausgelassen. Doch trotz des riesigen touristischen und kulturellen Programms wurden die Konzerte immer besser. Das recht junge Orchester (das jüngste Mitglied ist 14 Jahre, einige 15, 16jährige sind dabei und ein 17. Geburtstag wurde in Singapur gefeiert) wuchs an der anspruchsvollen Aufgabe

. In unserem Programm überwogen die Bearbeitungen – (Johann Christian Bach, Tschaikowski, Schostakowitsch, Johann Strauß, Gershwin). Doch die Slawische Skizze(Fritz Dobler) fand nie geringeren Zuspruch als die konventionellen Ohrwürmer und  d e r  Publikumserfolg immer und überall war die Keniade, Fritz Doblers aktuellstes Werk. 

Die letzte Veranstaltung auf australischem Boden in der Stadtmitte von Cairns in einer Konzertmuschel. bewies das noch einmal. Die Leute kamen und, anders als bei solchen Veranstaltungen auf offener Straße üblich, sie harrten aus bis zum Schluss des vollständigen Programms, ja, bestanden noch auf einer Zugabe.      

Vom Süden (Melbourne) Australiens hatten wir uns ja schon so um 2.500 km nördlich nach Cairns hochgearbeitet nun aber machten wir den ersten großen Anlauf zur Heimkehr mit einem Flug nach Singapur, wo wir jedoch erst nochmals zwei atemberaubend interessante Tage verbrachten. Ein letztes Mal spielten wir unser Programm in der riesigen Lobby des Hotel „Landmarck“  und dann gings wieder

heimwärts von Singapur nach London, wieder ein 14 Stunden Flug, und von London dann nach München, das war, gemessen an der ganzen Reise ja nur noch ein Hopser. Ein unbeschreibliches Gefühl, das theoretische Wissen um die Kugelform unserer Erde, in reales Erleben umgesetzt zu haben.

Hedy Stark-Fussnegger und Günther Zeilinger haben die Reise geplant und organisiert – kein Teilnehmer, der ihnen nicht aufrichtig Dank dafür sagen würde, zumal wir ja alle  gesund wieder in München angekommen sind.

                                                                    Helga Dobler